4 Mythen über Bach-Blüten

Als ich vor über 10 Jahren angefangen habe, mich mit dem Thema Bach-Blüten zu beschäftigen, hatte ich von nichts eine Ahnung. Als Kind hatte ich einmal Bach-Blüten bekommen, das war es aber auch schon, was ich darüber wusste. Heute bin ich froh, dass ich völlig unvoreingenommen an das Thema herangegangen bin und mir meine eigene Meinung gebildet habe. Über Bach-Blüten hört – und liest – man so einiges. Das meiste davon ist an den Haaren herbeigezogen. Heute räume ich daher einmal mit 4 Mythen auf, die es rund um Bach-Blüten gibt.

Mythos 1: Bach-Blüten wachsen am Bach

Die Bach-Blüten heißen so, weil der Entdecker – übrigens ein großer Arzt seinerzeit – Dr. Bach hieß. Er sammelte die Blüten wild, aber nur ein sehr geringer Teil davon wächst an Bächen oder Flussläufen. Bei vielen der Blütenmittel handelt es sich um Blüten oder Knospen von Bäumen. Bach-Blüten ist daher auch die korrekte Schreibweise, auch wenn es eingedeutscht gerne Bachblüten geschrieben wird.

Mythos 2: Bach-Blüten sind Placebo

Placebo. Eines meiner liebsten Themen, wenn es um Medizin geht. Als Placebo wird ein Scheinmedikament bezeichnet, das keinen Arzneistoff enthält. Als Placeboeffekt wird eine positive Veränderung bezeichnet, die sowohl subjektiv als auch objektiv das Befinden eines Patienten beschreibt. Ist mir beispielsweise schlecht und ich trinke ein Glas Wasser, geht es mir hinterher (vielleicht) subjektiv gesehen besser. Beweisen kann ich das allerdings nicht, weil es keine körperliche Indikation für Übelkeit gibt. Hätte man vorher meinen Blutdruck gemessen und dieser wäre zu niedrig, könnte das der Auslöser meiner Übelkeit sein. Das Glas Wasser könnte sich dann durchaus positiv auswirken – sowohl auf meine Übelkeit – die medizinisch betrachtet durch den niedrigen Blutdruck verursacht wurde – als auch auf mein subjektives Befinden. Fakt ist: Nach dem Glas Wasser geht es mir besser, die Übelkeit ist weg. Mein Blutdruck ist gestiegen. Das Wasser enthält nun aber auch keinen Arzneistoff. Vielleicht lag es aber auch nicht am Wasser. Vielleicht bin ich beim Trinken dreimal im Kreis gelaufen und das hat geholfen.

Nur: So funktioniert moderne Medizin und Wissenschaft. Damit etwas bewiesen werden kann, wird immer von einem Ursache-Wirkung-Prinzip ausgegangen. Und in der Mitte ist der Arzneistoff. Inzwischen weiß man übrigens, dass „echte“ Operationen bei Patienten mit Knieproblemen beinahe ebenso wirksam sind wie Scheinoperationen. Und überhaupt sind Placebos ein superspannendes Thema, bei dem die Medizin im Dunkeln tappt. Wenn Du Dich etwas näher damit befassen möchtest: In diesem PDF von Quarks und Co. wird das ganze Thema leicht verständlich besprochen.

Um noch einmal auf das Thema fehlender Arzneistoff zurückzukommen: Man kann nur nicht MESSEN, dass in Bach-Blüten und homöopathischen Mitteln ein Stoff enthalten ist, der in irgendeiner Art und Weise wirkt. Aber stell Dir vor, Du nimmst Dir auf eine Zeitreise ins Jahr 1950 eine CD mit. Gib sie einem Chemiker, gib sie einem Physiker, gib sie einem Mediziner. Keiner der drei Wissenschaftler wird Dir sagen können, was auf der CD drauf ist. Ihnen fehlt nämlich schlichtweg das passende Abspielgerät dazu. Und ebenso ist es vielleicht mit den Bach-Blüten. Der Wirkstoff ist da, es gibt nur noch kein Messgerät dafür.

Mythos 3: Bach-Blüten machen eine Erstverschlimmerung

Die Erstverschlimmerung ist ein Phänomen, das aus der Homöopathie bekannt ist. Bevor eine Besserung eintritt, verschlimmern sich oftmals die Symptome, wenn man ein homöopathisches Mittel einnimmt. Bei Bach-Blüten ist das nicht der Fall. Bach-Blüten sind keine Homöopathie. Homöopathische Mittel werden verdünnt und verschüttelt. Je mehr Verschüttelung und Verdünnung passiert, desto höher ist die Potenz des Mittels. Bach-Blüten werden nicht verschüttelt und nicht verdünnt und sie wirken auf einer anderen Ebene als Homöopathie. Zudem gibt es nur 38 Bach-Blüten im Gegensatz zu tausenden von homöopathischen Mitteln. Ich persönliche finde Homöopathie wahnsinnig kompliziert und meine Heilerfolge damit waren gelinde gesagt schlecht bis nicht vorhanden. Bei den Bach-Blüten gibt es ein für jeden nachvollziehbares System und ich muss hier nichts dem Zufall überlassen. Wenn sich ein Problem verschlimmert, nachdem jemand Bach-Blüten genommen beziehungsweise seinem Hund gegeben hat, ist das in der Regel ein klarer Hinweis auf:

A) Eine fehlende Blüte

B) Larch

Es gibt noch einen dritten Grund, das würde hier jetzt aber zu weit führen. Fangen wir daher mit den fehlenden Blüten an. Es gibt bestimmte Blüten, die immer in der Mischung sein sollten beziehungsweise die man im Auge behalten muss, wenn man sie NICHT in der Mischung drin hat. Dabei handelt es sich um:

Fehlen diese Blüten, können sich Symptome entweder verschlimmern oder die Mischung wirkt nicht. Das ist wie Bootsfahren in einem See, der über den Winter zugefroren ist. Es wird nicht funktionieren, so sehr Du Dich auch anstrengst. In zahlreichen fertigen Mischungen, die man kaufen kann – und auch in denen, die Therapeuten mischen – fehlen häufig diese Blüten. Passiert dann nichts, weil diese Grundproblematiken nicht behandelt wurden, heißt es, Bach-Blüten wirken nicht. Oder eben es verschlimmert sich etwas und man weiß nicht warum. Ich hatte in meinen ganzen Jahren als Therapeutin noch keinen Fall der Erstverschlimmerung. Weil ich die Regeln kenne und mich daran halte.

Und was ist mit Larch? Larch ist die Blüte für geringes Selbstvertrauen. Und auch wenn es fies klingen mag: Es ist die Wurzel allen Übels. Zahlreiche Probleme ergeben sich auf dem Boden eines geringen Selbstvertrauens. Und behandle ich dieses Problem als erstes, ist es so, als würde ich demjenigen den Boden unter den Füßen wegziehen. Sämtliche Probleme – Angst, Stress, Panik, Geräuschempfindlichkeit – fliegen einem dann wortwörtlich um die Ohren. Und das ist für den Hund nicht lustig, glaub mir. Die erste Maßnahme ist dann auf jeden Fall die Mischung absetzen und ein paar Tage pausieren. Dann kann man sehen, wie eine neue Mischung aussehen kann – OHNE Larch.

Mythos 4: Es gibt eine Blüte für mein Problem

Gerade Anfängern und denjenigen, die mit Homöopathie in Berührung gekommen sind, erscheint es völlig logisch, dass es für ihr spezielles Problem eine Blüte gibt. Diese muss man einnehmen und dann wird alles gut. Für die Homöopathie mag das stimmen (wobei ich hier auch meine Zweifel habe. Traumeel kennt wohl jeder Hundebesitzer. Es ist ein Komplexmittel aus verschiedenen homöopathischen Mitteln und obendrein verschiedenen Potenzen – von D2 bis D8 – der Graus eines jeden Homöopathen. Und das bei einem Mittel, das nicht nur sogar von Schulmedizinern empfohlen wird sondern es obendrein von Baden-Baden bis in die USA geschafft hat!). Dort gibt es ein Mittel für einen speziellen Patiententyp. Bei den Bach-Blüten macht die Mischung die Symphonie – wie bei einem guten Musikstück auch. Die Probleme dieser Welt sind komplex. Menschen sind komplex. Und daher brauchen wir auch komplexe Heilmittel. Es wird nie DAS EINE Medikament gegen Krebs geben. Das ist schlichtweg der falsche Denkansatz. Die moderne Medizin versucht Krankheiten zu heilen. Man sollte aber versuchen MENSCHEN zu heilen (oder in unserem Fall: Hunde). Wie sagte es Dr. Edward Bach so schön: Behandle den Menschen, nicht die Krankheit. Bach-Blüten wirken daher in einer Mischung am Besten. Diese ist individuell auf das – vielschichtige – Problem abzustimmen.

 In diesem Beitrag kläre ich über 4 typische Mythen über Bach-Blüten auf